Naturschutz und der Dachs

Schutzwuerdige Waldlandschaft

Rechtlicher Schutzstatus

Der Europaeische Dachs unterliegt in Deutschland, Oesterreich und der Schweiz dem Jagdrecht und gilt als jagdbare Wildart. Die genauen Regelungen variieren je nach Bundesland beziehungsweise Kanton erheblich.

In einigen Regionen besteht eine ganzjaehrige Schonzeit, in anderen ist die Bejagung unter bestimmten Auflagen erlaubt. Unabhaengig davon stehen Dachsbaue in vielen Gebieten unter besonderem Schutz und duerfen nicht gestoert oder zerstoert werden.

Schutzregelungen nach Laendern

Deutschland

Jagdrecht mit laenderspezifischen Jagdzeiten. Bauschutz in mehreren Bundeslaendern waehrend der Setzzeit.

Oesterreich

Jagdbare Wildart mit kantonalen Unterschieden. Einzelne Bundeslaender haben erweiterte Schonzeiten.

Schweiz

Kantonal geregelte Jagd. In manchen Kantonen ganzjaehrig geschuetzt, in anderen limitierte Bejagung.

Bedrohungen und Gefaehrdungen

Obwohl der Dachs in Mitteleuropa nicht als gefaehrdet gilt, sieht er sich verschiedenen Bedrohungen ausgesetzt. Der Strassenverkehr ist in dicht besiedelten Regionen die haeufigste Todesursache. Dachse ueberqueren Strassen auf ihren angestammten Wechseln und werden dabei oft von Fahrzeugen erfasst.

Der Verlust und die Zerschneidung von Lebensraeumen durch Siedlungsbau, Infrastrukturprojekte und intensive Landwirtschaft schraenken die Ausbreitungsmoeglichkeiten ein. Auch die Verschlechterung der Bodenqualitaet durch Pestizide kann das Nahrungsangebot reduzieren.

Hauptgefaehrdungen

  • Strassenverkehr und Verkehrsinfrastruktur
  • Lebensraumverlust durch Bebauung
  • Intensive Landwirtschaft mit Pestizideinsatz
  • Illegale Verfolgung und Fallenstellen
  • Krankheiten wie die Dachsraeude

Schutzmassnahmen

Zum Schutz des Dachses und anderer Wildtiere werden verschiedene Massnahmen umgesetzt. Gruenbruecken und Wildtunnel an Autobahnen und Bundesstrassen ermoeglichen die sichere Querung und verhindern Wildunfaelle.

Die Erhaltung und Vernetzung von Lebensraeumen durch Hecken, Feldgehoelze und Gruenstreifen ist von grosser Bedeutung. Solche Strukturen bieten Deckung und Nahrung und ermoeglichen den Austausch zwischen Populationen.

Was jeder tun kann

Auch Privatpersonen koennen zum Schutz der Dachse beitragen. Wer einen Dachs oder einen Dachsbau auf seinem Grundstueck entdeckt, sollte diesen dulden und nicht stoeren. Im Garten kann man auf Pestizide verzichten und so das Nahrungsangebot erhalten.

Beim Autofahren in der Daemmerung und Nacht ist besondere Vorsicht geboten, insbesondere an Waldraendern und in der Naehe bekannter Wildwechsel. Wer einen verletzten Dachs findet, sollte eine Wildtierauffangstation oder die zustaendige Jagdbehoerde kontaktieren.

Praktische Tipps

  • Dachsbaue auf eigenem Grundstueck dulden und nicht stoeren
  • Auf Pestizide im Garten verzichten
  • Vorsichtig fahren in der Daemmerung und Nacht
  • Verletzte Tiere bei Wildtierauffangstationen melden
  • Naturschutzorganisationen unterstuetzen

Die Bedeutung des Dachses im Oekosystem

Als Allesfresser und Graeberier erfuellt der Dachs wichtige oekologische Funktionen. Durch seine Grabeaktivitaet lockert er den Boden auf und foerdert dessen Durchlueftung. Seine verlassenen Baue werden von anderen Tierarten wie Fuechsen, Mardern oder sogar Uhu als Unterschlupf genutzt.

Als Vertilger von Insekten, Schnecken und Kleinsaeugern traegt er zur Regulation dieser Populationen bei. Der Schutz des Dachses dient daher nicht nur einer einzelnen Art, sondern dem gesamten Oekosystem.